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Haarausfall – Was hilft? Teil 2
Haarausfall – Was hilft? Teil 2

Haarausfall – Was hilft? Teil 2


Im ersten Teil ging es darum, welche Ursachen Alopezie haben kann. Nun folgen die Behandlungsmethoden.
Auch wird wieder Dr. med. Andrea Reupke, Fachärztin für Dermatologie, hilfreiche Tipps und Erklärungen einbringen.

Beginnen wir mit der Komplexbehandlung.
 
KOMPLEXBEHANDLUNG

Es empfiehlt sich, mit einem individuellen Programm für die Haar- und Kopfhautpflege zu beginnen. Dazu bekommt der Patient beispielsweise Shampoo, therapeutische Lotionen, Seren, Masken und Balsame, welche individuell für ihn und sein Problem ausgewählt wurden. Diese dienen als zusätzliche Quellen an Vitaminen und Spurenelementen. Allerdings hat die Therapie der verschiedenen Formen der nicht-vernarbenden Alopezie ihre Besonderheiten und Schwierigkeiten. 

Eine der ältesten Therapien beim Haarausfall sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist der örtliche Einsatz von Minoxidil in Form von einem Haarwasser.

Die Wirksamkeit der Therapie steigt bei der Kombination mit anderen Methoden:

  • Physiotherapeutische Verfahren (PUVA-Therapie, LLLR, etc.)
  • Injektionsmethoden (Mesotherapie, Plasmatherapie). 
PHYSIOTHERAPEUTISCHE METHODEN

Physiotherapie wird als Behandlungsmethode gegen Alopezie, insbesondere gegen Alopezie areata sehr aktiv und erfolgreich eingesetzt. Die Verfahren werden sowohl im akut betroffenen Bereich des Haarausfalls als auch im Bereich der Halswirbelsäule durchgeführt. Es gibt verschiedene Methoden den gesamten Körper zu beeinflussen. Es ist auch möglich verschiedene Methoden zu kombinieren. „Dabei ist es wichtig, die Wahl der Methode von dem pathologischen Zustand, der als Auslöser für die Entwicklung der Alopezie gilt, abhängig zu machen“, erklärt Dr. med. Andrea Reupke.

Auch Massagen können bei Haarausfall sehr effektiv sein. Eine Manuelle-oder Vakuummassage wird zur Verbesserung der Blutversorgung, zur Lymphdrainage und zur Aktivierung der Neurorezeptoren verwendet.
In der Regel führt man die Massage nach dem Auftragen von Cremes, Lotionen oder Ähnlichem durch. Viele Studien bestätigen, dass der Gefäßzustand das Wachstum und die Dauer des Lebenszyklus des Haars beeinflusst. „Eine Massage wirkt sich positiv auf die Durchblutung aus und trägt zur Verlängerung der Haarwachstumsphase bei“, erklärt Dr. Med. Andrea Reupke. 

Was versteht man unter einer Vakuummassage?
Eine Vakuummassage ist eine tiefe Einwirkungsmethode auf die Kopfhaut. Mit Hilfe von kleinen Bechern, die ein pulsierendes Vakuum erzeugen trainiert es die Gefäße der Endstrombahn, die die Haarfollikel ernähren, wodurch sie sich ausdehnen und sich wieder verengen.

Zur Durchführung der immunsuppressiven Wirkung auf die Herde der Alopecia areata wird Photochemotherapie (PUVA - Therapie) angewendet.  Die Methode basiert auf einer vorzeitigen Photosensibilisierung der Haut, das heißt, die Haut wird besonders lichtempfindlich. Anschließend wird sie mit UVA-Licht bestrahlt. Als Photosensibilisatoren werden Arzneimittel verwendet, die die Empfindlichkeit der Haut für das Ultraviolett-Licht erhöhen. Die Bestrahlung kann sowohl lokal als auch auf der gesamten Körperoberfläche durchgeführt werden. Eine weitere Behandlungsmethode ist die niedrigintensive Laserstrahlung (LLLR-Therapie). Mit ihr wurden überwiegend positive klinische Erfahrungen gemacht. Und das nicht nur bei Alopecia areata, sondern auch bei androgenetischer Alopezie, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Der Erfolg dieser Methode liegt darin, dass das Wachstum von Follikelzellen verstärkt wird. Das ist bei allen Formen der Alopezie sehr hilfreich. Bei der androgenetischen Alopezie kann die Physiotherapie eine zusätzliche Möglichkeit zur Verbesserung der Mikrozirkulation im Follikelbereich sein. Außerdem bietet sie sich an, Wirkstoffe in die Haut einzubringen.

MESOTHERAPIE BEI ALOPEZIE

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Mesotherapie der Kopfhaut die effektivste und beliebteste Methode bei der Behandlung von Alopezie. Das Ziel der Mesotherapie in der Trichologie ist die Beendigung des Haarausfalls und die Aktivierung des neuen Haarwuchses. „Dies wird erreicht, indem der vorzeitige Beginn der Katagenphase unterdrückt und die Dauer der Anagenphase verlängert wird“, erklärt Dr. med. Andrea Reupke. Die Zusammensetzung des Mesotherapie-Cocktails wird abhängig von dem jeweiligen Problem ausgewählt. Derzeit werden in der Trichologie Substanzen wie

  • Vitamine,
  • Mikroelemente,
  • vaskuläre Komplexe,
  • Regeneratoren und Aktivatoren des Metabolismus,
  • und auch Hyaluronsäure verwendet.

Diese Substanzen stellen das Ionengleichgewicht wieder her und verbessern die antioxidative Abwehr. Dadurch stärken sie die Widerstandsfähigkeit der Zellen gegenüber schädigenden Wirkungen. „Außerdem begünstigen sie Reparatur- und Entgiftungsprozesse und aktivieren die Energieversorgungssysteme der Zellen, wodurch sich ihr allgemeiner Zustand verbessert“, ergänzt Dr. med. Andrea Reupke.

In letzter Zeit tauchen immer mehr Mesotherapie-Cocktails auf, die Wachstumsfaktoren enthalten, wie beispielsweise hochaktive Regulationsmoleküle, die das Leben der Zellen des Haarfollikels steuern. Normalerweise werden mehrere Wachstumsfaktoren in Kombination miteinander oder mit anderen Inhaltsstoffen (Vitaminen, Aminosäuren, Coenzymen) verwendet.

PRP-THERAPIE 

Neben fertigen, künstlich hergestellten Mesotherapie-Cocktails werden im Kampf gegen die Alopezie auch "natürliche Cocktails" verwendet. Diese bestehen aus autologem thrombozytenreichen Plasma. Man nennt diese Behandlungsmethode PRP-Therapie. Dr. med. Andrea Reupke erklärt, dass das Ziel dieser Methode ist, günstige Bedingungen zu schaffen, bei denen sich das hauteigene Erholungspotential maximiert. Da thrombozytenreiches Plasma ein Konzentrat mit wichtigen bioaktiven Substanzen ist, die an verschiedenen Stadien des Erholungsprozessen beteiligt sind. Die PRP-Therapie ist sehr effektiv, da das Plasma potentielle Antriebe für das Haarwachstum verstärkt.

Darüber hinaus stimulieren Plasmainjektionen die anagenassoziierte Angiogenese (Blutgefäßneubildung, Blutversorgungsverbesserung), eines der Schlüsselelemente im Haarwachstumsprozess. Verwendet man die PRP-Therapie in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden gegen Alopezie, so entsteht eine Synergie, die die Behandlung noch effektiver macht.

Die Verwendung des eigenen Biomaterials des Patienten gewährleistet den vollständigen physiologischen Charakter der Methode und ihre breite Anwendungsmöglichkeit. „Außerdem wirkt sie auf alle Hautschichten und lässt sich mit anderen Methoden der ästhetischen Medizin problemlos kombinieren“, ergänzt Dr. med. Andrea Reupke.

Der vollständige autologe Charakter des thrombozytenreichen Plasmas und seine Biokompatibilität stehen außer Frage. Außerdem ist die Minimierung möglicher Nebenwirkungen ein wichtiger Aspekt bei der Wahl einer Behandlungsmethode.

Mesotherapie oder PRP-Therapie Injektionen kann man als ergänzende Methoden zur therapeutischen Behandlung für folgende Indikationen verwenden: 

  • Wiederherstellung des gesunden Haarwachstums bei stressbedingtem Haarausfalls
  • Behandlung von AGA bei Männern und Frauen
  • diffuser telogener Haarausfall
  • seniler Haarausfall.

Eine detaillierte Anamneseerhebung und ein Verständnis für die Ursachen von Alopezie ermöglichen es dem Trichologen, das Behandlungsschemata zu individualisieren und das Therapieergebnis eindeutig vorherzusagen.


Autorin: Irini Dvoryaninova

Quelle: Les Nouvelles Esthtétiques, Moskau, Paris


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