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Ursache und Behandlung von Narben
Ursache und Behandlung von Narben

Ursache und Behandlung von Narben

Narben widersprechen dem heutigen Schönheitsideal von makelloser Haut. Experten der Schönheitsbranche stoßen in ihren Praxen auf viele verschiedene Arten von Narben. Einige Narben sind sehr auffällig, andere verändern sich überraschend und dritte verschwinden mit der Zeit von selbst. Doch wovon hängt der Heilungs- und Wandlungsprozess von Narben ab? An der Haut, der Art der Verletzung, dem Können des Chirurgen? In der Tat gibt es viele Faktoren, die das Aussehen einer Narbe beeinflussen, wie der Ursprung der Narbe, ihrer Form, Lokalisation, Tiefe sowie individueller Merkmale der Haut einer bestimmten Person. Heute gibt es wirksame Mittel zur Narbenkorrektur und um diese sogar zu beseitigen.

Entwicklungsphasen

Unabhängig von der Ursache einer Narbenbildung, können mehrere Entwicklungsphasen festgehalten werden. Bei Op-Narben sieht die Narbe interessanterweise zum Zeitpunkt der Entfernung der Nähte am besten aus. Dünn und glatt, fast die Perfektion selbst! An die kürzliche Operation erinnert nur das Nahtmaterial.

Nach vier bis acht Wochen kann die Narbe rot werden, indurieren, anfangen zu jucken und sogar kälteempfindlich werden. Auch das Aussehen verändert sich, sodass sie an Größe zunehmen kann. Doch keine Panik! Dies sind absolut natürliche biologische Folgen der Entzündungsphase.

Dann folgt eine ruhigere Phase, die sogenannte „Plateau-Phase“. Diese entsteht, wenn der Heilungsprozess endet und die Transformation der Narbe aufhört.

Nach etwa drei Monaten beruhigt sich alles allmählich. Die Narbe wird weicher, blasser und weniger schmerzhaft. Innerhalb von sechs bis zwölf Monaten (abhängig von den Eigenschaften der Haut) erhält die Narbe ihr endgültiges Aussehen. An diesem Punkt kann die Narbenqualität beurteilt werden.

Arten von Narben

Bei jeder Verletzung besteht die Gefahr, einer lebenslangen Kennzeichnung auf der Haut durch Narbenbildung. Man kann sagen, dass das Aussehen einer Narbe von der jeweiligen Wunde und Wundheilung abhängt. Somit ist die Vielfalt uneingeschränkt. Trotzdem lassen sich Narben in bestimmte Arten klassifizieren.

Sternförmige Narben

Sternförmige Narben erinnern an einen Eisschneider. Sie sind lang und spitz und bleiben meistens nach Unfällen bestehen.

Runde Narben mit flachem Boden

Diese Art von Narben entsteht oftmals bei Aknenarben. Diese Narben befinden sich leicht abgesenkt in der Haut und erinnern an kleine „Krater“.

Hypertrophe Narben

Bei hypertrophen Narben bilden sich vergrößerte, wulstige Narben, aufgrund von überschüssigem Bindegwebe. Hypertrophe Narben sind besonders unangenehm und können Schmerzen verursachen. In den meisten Fällen hält die Bindegewebshypertrophie mehrere Monate an. Danach stabilisiert sich der Zustand der Narbe und die Hautrötung nimmt allmählich ab. Hypertrophe Narben bilden sich immer wieder zurück, die Regression der Narbe kann jedoch anderthalb bis zwei Jahre andauern.

Keloidnarben

Bei Keloidnarben handelt es sich um eine Steigerung der Zellaktivität, wodurch das Bindegewebe nach und nach wächst und sich die Narbe auf die umliegende Haut ausdehnt oder abartet. Keloidnarben lassen sich als blumenkohlähnliche Wucherungen beschreiben. Die genaue Ursache für die Bildung dieser Narbenart ist unbekannt. Einige Experten betrachten sie als eine Form von hypertrophen Narben. In 5-10% der Fälle kann zudem von einer erblichen Anfälligkeit für Keloidnarben gesprochen werden. Die Wahrscheinlichkeit der Bildung von Keloiden hängt auch von ihrer Lokalisation ab. Sie treten häufiger im Bereich von Brustbein, Deltamuskel oder Ohrläppchen auf. Keloidnarben bilden sich nicht wie die hypertrophen Narben zurück. Zudem stellt es eine Schwierigkeit dar, sie vollständig zu beseitigen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, sie zu reduzieren.

Faktoren der Heilung

Der Wundheilungsprozess einer Narbe variiert aufgrund verschiedener Faktoren. Ein Faktor ist sicherlich die chirurgische Leistung bei Op-Narben. Ein sauberer Schnitt und dünne Fäden zum Nähen, können zu einer optimalen Wundheilung und kleinen unauffälligen Narbe verhelfen. Jedoch liegt die Verantwortung einer guten Wundheilung ebenso beim Patienten. Vor allem sollte sich der Patient vor Sonne und Kälte schützen. Die UVA/UVB-Strahlen der Sonne können eine Hyperpigmentierung verursachen und sind somit schädlich für den Heilungsprozess. 

Kälte stellt ebenso ein Problem dar, da sie bei frischen Narben Schmerzen verursachen kann. Am besten kann der Patient sich durch eine Fettcreme schützen. Epilieren und Wachsen von störenden Härchen nahe einer frischen Narbe sind, solange noch keine vollständige Heilung eingetroffen ist, nicht zu empfehlen. Narben im Bereich der Kopfhaut können durch das Kopfhaar gut versteckt werden. Dauerwellen und Haarfärbungen sollten jedoch erstmal nicht angewendet werden, um die Narbe nicht zu reizen oder eine Allergie hervorzurufen.

Weiterhin gibt es Faktoren, die den Wundheilungsprozess und die Narbenbildung beeinträchtigen können, der Patient diese Faktoren jedoch nicht zwingend beeinflussen kann:

  • Adipositas oder Untergewicht
  • Medikamentöse Einnahmen (Kortikosteroide, Zytostatika, nichtsteroidale Entzündungshemmer)
  • Erkrankungen des endokrinen Systems (Hypo- und Hyperthyreose, Diabetes mellitus)
  • Systemische Kollagenosen (systemischer Lupus erythematodes, systemische Sklerodermie usw.)
  • Alter (längerer Heilungsprozess bei älteren Menschen)
  • Hauttyp
  • Hautqualität
  • Lokalisation der Narbe (z.B. in- oder außerhalb einer Falte)

Korrektur von Narben

Fast nahezu alle Narben können heutzutage mittels verschiedener Methoden fast unsichtbar gemacht werden. Wollen wir die Möglichkeiten einmal näher betrachten.

Chirurgische Korrektur

Die Narbe wird insofern korrigiert, dass sowohl oberflächliches als auch tiefes Narbengewebe entfernt wird. Dieser Eingriff beseitigt die Narbe nicht vollständig, verbessert jedoch das Erscheinungsbild erheblich. Diese Methode wird nur nach vollständiger Narbenbildung und vor allem bei hypertrophen Narben angewendet. Auch hier liegt die Verantwortung einer guten Wundheilung mit beim Patienten.

Narbenunterschnitt (Subzision)

Mit der Subzision werden vor allem eingezogene Narbe (Aknenarben) mit Hilfe eines kleinen Skalpells behandelt. Bindegewebsstränge werden durchtrennt, die Narbe wird angehoben und die Haut geglättet.

Dermabrasion

Bei der Dermabrasion handelt es sich um eine feine Abschleifung der Hautschichten mit Hilfe von Rotationsfräsen oder mechanischen Bürsten. Die Behandlung wird in örtlicher Betäubung durchgeführt. Ziel ist es, die Kollagenbildung nach Abtragung der Haut anzuregen und so die Haut zu glätten. Abhängig von der Narbe können mehrere Behandlungen erforderlich sein.

Filler

Filler können neben Faltenkorrekturen auch bei der Korrektur von Narben eingesetzt werden. Die Behandlungstechnik unterscheidet sich nicht und besteht in der oberflächlichen Verabreichung des Präparats. So steigt das Gewebevolumen und die Narbe wird gefüllt. Nach ein bis zwei Jahren sollte die Behandlung wiederholt werden.

Chemische Peelings

Durch Chemische Peelings wird die Hautoberfläche geglättet. Um die Narben zu behandeln, werden verschiedene chemische Verbindungen verwendet. Die meisten Formeln basieren auf TCA und Retinoiden. Die Wirkung von Chemischen Peelings bei Narben lässt sich als sehr gut beschreiben, sodass vor allem Aknenarben und sternförmige Narben sich deutlich verbessern und sogar verschwinden.

Dermopigmentierung

Bei der Dermopigmentierung werden hypoallergene Pigmente in die Haut injiziert. Durch die Pigmente wird die Narbe maskiert und somit unauffällig. Dieses Verfahren eignet sich besonders gut bei dünnen Narben, beispielsweise nach ästhetischen Eingriffen oder nach Unfällen.

Fazit

Das Ziel sollte immer sein, nach Verletzung der Haut, die Wundheilung zu unterstützen, sodass sich feine Narben bilden können. Verantwortlich sind sowohl Chirurg als auch Patient. Im Fall von unästhetischen Narbenbildungen, kann die moderne Medizin helfen und störende Narben verbessern oder verschwinden lassen. Es stehen zahlreiche, in diesem Artikel vorgestellte, medizin-ästhetische Therapieansätze zur Verfügung, um Narben effektiv zu beseitigen.


Quelle: Les Nouvelles Esthétiques Moskau, Paris 


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